Pfadi als Plus für Wikipedia und Anschauungsbeispiel von Medienkompetenz neuer Generationen

später essay von Pawel Straub: 

Zum Einen nahm es mich Wunder, ob Netzwissen über Pfadi vorhanden ist und speziell bei Wikipedia, ob es qualitativ überzeugen kann. Zum Anderen wollte ich auf die Medien-kompetenz von Jugendlichen am Beispiel einer Pfadiabteilung eingehen. Zu meinem Hintergrund: Ich bin seit langem in einer Pfadfinderbewegung und habe dort in den verschiedensten Bereichen mitgeholfen. Durch mein Interesse bezüglich diesem Themengebiet wollte ich das nun so verbinden. 

Zu meinem ersten Punkt:Wikipedia führt einen relativ langen Bericht zum Thema Pfadi / Pfadfinder, in welchem gut strukturiert die Entstehungsgeschichte und Ausbreitung der Pfadibewegung, die Organisation Weltweit und speziell in Deutschland und diverse andere kleinere Themen. Der Eintrag über die Pfadi Bewegung Schweiz (PBS) war dann wieder weniger spektakulär, doch diese ist mit ihrer eigenen Homepage verlinkt und dadurch schon genügend im Internet vertreten. Nachdem ich den Bericht studiert hatte, konnte ich mein schlechtes Bild, das ich an der Universität vermittelt bekommen habe etwas revidieren. Der Bericht soll als Beispiel für einen guten Bericht hinhalten und euch auch zeigen, wieso Wikipedia oft das Nachschlagwerk Nummer eins ist, wenn man sich so auf die Schnelle informieren will. Als kleine Anmerkung ist noch zu sagen, dass die Informationen des Berichts sehr allgemein gedacht sind und, dass jede Pfadi die einzelnen Punkte individuell angepasst verwendet, doch stets dem höheren verbunden. Des weiteren ist „sie“ oder „es“ wohl nach wie vor die grösste Enzyklopädie mit Berichten von „Snickers“ bis „Aristoteles“ und von „Amöbe“ bis „Nokia“. Doch Pfadi ist auch durch andere Internetseiten online vertreten, so hat fast jeder Pfadiverband und sogar annähernd jede Pfadiabteilung eine eigene Homepage.  

Zu meinem zweiten Punkt: Selbst in der Pfadi haben sich neuere Medien, welche durch die technische Entwicklung stets verbessert wurden und auch immer besser und einfacher zugänglich geworden sind, eingenistet. Als ich in den frühen 90er Jahren zur Pfadi kam, kannte man das Internet zum einen noch nicht und zum anderen konnte man sich nicht vorstellen, etwas so technisches mit der Pfadi zu verbinden. Ein Beispiel: Für die Übungen, welche stets an Samstagnachmittagen stattfanden (und noch stattfinden), gab es damals einen angeschlagenen Zettel in verschiedenen Schulhäusern, auf welchem stand, wo man sich zu welcher Zeit mit welcher Ausrüstung befand und wo man dann wieder abgeholt werden konnte. Heutzutage gibt es diese Zettel nicht mehr in Schulhäusern, sondern nur noch im Internet auf der Pfadi-Homepage. Man geht davon aus, dass alle Pfadis oder deren Eltern über eine genügend gute Medienkompetenz verfügen, diese Seite aufzurufen und sich über die nächste Übung zu informieren. Als sich dieses Verfahren etabliert hatte, konnte man auch weitere Teile, die durch den technischen Fortschritt möglich wurden, für die Pfadi nutzen und somit in digitaler Form übernehmen. Ein weiteres Beispiel ist das Etat, das man früher mühsam zusammen tragen musste, denn die einzelnen Gruppen hatten jeweils ein eigenes Etat mit einer Telefonliste zusammengestellt, welches nicht weitergeleitet wurde. Das heisst jemand musste all diese Listen sammeln und diese zusammentragen. Das mühsame an der ganzen Sache waren eigentlich nicht die vielen Leute, sondern die vielen Änderungen. So musste man früher bei Leuten, die neu hinzu gekommen waren oder solche, die aus der Pfadi ausgetreten waren, eine schriftliche Notiz an die verantwortliche Stelle senden. Heute ist mindestens einer der Gruppen im Stande mit einem Passwort sich in die Pfadi-Homepage einzuloggen und allfällige Änderungen gleich selbst vorzunehmen. Auch diverse Fotogallerien von unzähligen Lagern und sonstigen Anlässen kann man im Internet anschauen. Gewisse Gruppen haben derzeit schon eigene Homepages oder man erstellt Homepages für spezielle Projekte, wie wir das getan haben bei einem Projekt, das sich „Lys d’Or“ nennt.Durch die rasante Entwicklung der medialen Möglichkeiten lernten die meisten Jugendlichen von sich aus diese Medien zu verstehen. Sie erlernten das nötige Wissen durch eigenes Versuchen einerseits und durch Schulkameraden, die Familie und in meinem Beispiel auch durch Freunde, mit welchen man die Freizeit verbringt.

Es ist, wie an meinem Beispiel einfach zu sehen, für die heutige Jugend etwas selbstverständliches eine gewisse Medienkompetenz zu haben und bei allfälligen Defiziten ist es sehr einfach diese zu erlangen. In Anbetracht dessen, dass es Personen in der Politik gibt, welche es für notwendig halten, dass bereits Kinder im Kindergarten oder in der frühen Primarschule mit Computern in Kontakt treten sollen, dann kann ich dem nur entgegensetzen, dass es ganz und gar NICHT von irgendeiner Notwendigkeit ist, denn neue Generationen erlernen so ziemlich alles notwendige in ihrer Freizeit.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pfadi 

http://de.wikipedia.org/wiki/Pfadibewegung_Schweiz

http://www.pbs.ch/de/ http://www.pfadi-kriens.ch/

http://www.lysdor.pfadi-kriens.ch/

Sitzung vom Montag den 25. Juni 2007

Sitzungsprotokoll Mo, 25. 6. 2007-06-28 Pawel Straub

Das Thema dieser letzten Sitzung war Schreiben und Abschreiben. Nach einer kurzen Einleitung mit verschiedenen organisatorischen Wichtigkeiten, wurde ein Referat zum Thema „Was ist ein Plagiat“ vorgetragen. Begonnen wurde mit verschiedenen Definitionen, welche auch auf dem Handout stehen. Bei einem geschichtlichen Überblick wurde aufgezeigt, dass Plagiate bereits bei den Griechen ein Thema war. Im Mittelalter war es dann üblich bekannte Texte ganz zu kopieren/abzuschreiben. Durch die Erfindung des Buchdrucks und die Demokratisierung des Literaturbetriebs wurde schliesslich die Idee des Urheberrechts entwickelt, wodurch Texte plötzlich zu „geistigem Eigentum“ erklärt wurden und es verboten wurde Texte zu „klauen“. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Urheberrecht weiter verbreitet, zuerst als Schutz vor Raubkopien und seit 1900 auch Schutz für den Inhalt. Seit damals gab es immer wieder Plagiatsvorwürfe gegen verschiedenste Autoren (auch Bekanntheiten wie z. B. Michael Ende). Als kreatives Plagiat werden Texte bezeichnet, bei welchen ein fremdes Werk als Vorlage dient und nur Ideen, Motive, Gedanken oder einzelne Formulierungen übernommen werden. Diese rechtlich und moralisch umstrittene Form tritt weitaus häufiger auf als die klassischen Plagiate (kopieren von ganzen Texten oder Textpartien unter anderen Autorenangaben). Das Plagiat in der Wissenschaft ist ebenfalls sehr umstritten, allerdings von einem anderen Gesichtspunkt aus; wissenschaftliche Daten sind universal und dienen oft als Basis für neue Arbeiten. Das Zitat ist dabei eine Möglichkeit der Wahrung des Urheberrechts.Fazit des Referats:Der Begriff ist nur oberflächlich eindeutig und deshalb ist es schwierig Werke als Plagiate zu kennzeichnen. Zudem kann das Plagiat nicht in allen Bereichen gleich gewertet werden. 

Im zweiten Referat ging es um den Umgang mit Plagiaten in der Wissenschaft.Als Beispiel diente das kopieren der Doktorarbeit von Stefan Weber (Uni Tübingen), wobei ein Doktorand ca. 100 Seiten seiner Doktorarbeit aus Stefan Webers Arbeit direkt übernommen hat. Des Weiteren wurden verschiedene Massnahmen zur Vorbeugung von Plagiaten vorgestellt wie etwa, dass Studenten eine eidesstattliche schriftliche Erklärung zu unterschreiben haben. Als Kontrolle soll in Zukunft, mancherorts bereits heute, Antiplagiatssoftware eingesetzt werden. Auch dafür wurden verschiedene Programme vorgestellt, welche zum Teil ganz unterschiedliche Ansätze hatten. (zum Beispiel: www.copycatchgold.com) Momentan werden Arbeiten meist nur auf Verdacht genäuer unter die Lupe genommen. Stefan Weber seinerseits ist stets auf der Suche nach weiteren Abschreibern von seiner Doktorarbeit. Er schrieb zudem den Text: „Das Google-copy-paste-syndrom“( http://www.dpunkt.de/buecher/2402.html ). Darin vertritt er die etwas radikale Ansicht, dass alles, was man paraphrasiert oder von irgendwo gehört hat Plagiate seien. Seine Grundannahme ist, dass Studierende faul sind, nichts tun oder aber nur plagieren. Daraus ergibt sich die Frage, ob es denn immer noch Plagiate sind, wenn man die Quellen angibt. – Nach Definition nicht.  

http://phlow.net/mag/buchkritik/stefan_weber_das_googlecopypastesyndrom.php

http://www.kzu.ch/info/info_teachers/matar/01_nzz011106.htm 

Ohne Abschreiben oder Einflüsse von Quellen kann man fast keine Arbeiten schreiben und deshalb muss man dabei immer alle Quellen angeben. Da man Plagiate noch nicht für alle Bereiche ausreichend definiert hat, darf man das ganze nicht so eng sehen. - diese und weitere Themen wurden in der Sitzung am Schluss noch im Plenum diskutiert.Schliesslich war dann die Sitzung auch schon zu ende und man konnte sich wieder den Prüfungen oder den Semesterferien widmen.  

Kommentar zur Sitzung am 25. Juni

Thema der letzten Sitzung war Schreiben und Abschreiben im wissenschaftlichen Kontext. In den zwei Referaten, welche gehalten wurden, waren Plagiate das zentrale Thema. Dabei wurde z.B. eine Definition (Was ist überhaupt ein Plagiat?) vorgestellt, ein historischer Rückblick zur Thematisierung von Plagiaten in Gesellschaften gegeben – Stichwort Euripides: Plagiate waren offenbar schon vor 2500 Jahren ein Thema – und abschliessend noch Möglichkeiten zum Vorgehen gegen Plagiate erläutert.

Wichtige Punkte der Referate waren erstens, dass der Begriff des Plagiates nicht einheitlich und verbindlich definiert ist und deshalb je nach Umfeld Spielräume vorhanden sind und zweitens sind (bis jetzt) keine umfassenden Lösungen des Problems des Abschreibens im wissenschaftlichen Kontext vorhanden.

Die erwähnten Softwares zur Identifizierung von Plagiaten sind nach Peter Haber nicht DIE Lösung, da diese seiner Meinung nach eher zur Ablenkung von den schlechten Betreuungsverhältnissen an den Universitäten dienen. Zudem würden Sprachbarrieren eine Verminderung der Effizienz dieser Softwares darstellen. Hier eine kurze Bemerkung meinerseits: Von Personen, welche in den vereinigten Staaten studieren, weiss ich, dass, wenn man sich mit den an ihren Universitäten eingesetzten Softwares zur Prüfung von Texten auseinandersetzt, man als StudentIn ziemlich schnell weiss, wie man einen Text umschreiben muss, so dass dieser von den in den einzelnen Fakultäten eingesetzten Softwares zur Erkennung von Plagiaten nicht als solches erkannt wird.

Meiner Meinung nach wird die Thematik Plagiat an der Universität selbst viel zu wenig in einem offiziellen Rahmen thematisiert. Die meisten StudentInnen wissen, was man so ungefähr unter einem Plagiat verstehen muss, dass dies nicht erlaubt ist etc. Dieses Wissen stammt oft (aber nicht immer – Ausnahmen sind die Regel) nicht aus Lehrveranstaltungen selbst oder Informationen der Universität, sondern aus persönlichen Gesprächen, Zeitungsartikeln und anderen Quellen. So besitzt z.B. die Philosophisch-Historische Fakultät der Universität Basel, welcher das Institut für Medienwissenschaft untersteht, einen verbindlichen Leitfaden zur Definition und zum Umgang mit Plagiaten an der Universität Basel: http://philhist.unibas.ch/studium/plagiat/ Jetzt muss man wissen, dass man als Student praktisch täglich Emails über irgendwelche News von der Universität erhält, es aber in den letzten Jahren seitens der Fakultät nicht ‚geschafft’ wurde, diesen Link allen Studierenden zu senden(!). Das Thema wurde auch nicht in den zwei Einführungsvorlesungen für neue StudentInnen am Institut für Medienwissenschaft angesprochen. (Warum nicht?!) Dies wären alles eher kleine Massnahmen, die jedoch zusammengeschlossen eingeführt zu einer sehr grossen Massnahme werden könnten.

Protokoll zur Sitzung vom 25.06.07

In der letzten Sitzung vom 25. Juni 2007 gab es zum Abschluss noch einmal zwei Referate, die sich mit dem Thema Plagiate befasst haben. Unter Plagiat wird „die Übernahme formaler und/oder inhaltlicher Elemente des Werkes eines anderen“ verstanden „wobei die Schöpfung als die eigene ausgegeben wird“. Die Entwicklung der Plagiatsdiskussion reicht zurück bis in die Antike, wobei zum Beispiel im Mittelalter „ständiges Überarbeiten gängige Praxis“ war. Mit dem Aufkommen des „Buchdrucks“ und „der Demokratisierung des Literaturbetriebs“ wurde auch der Blick für Plagiate geschärft. So entwickelte sich das Urheberrecht im 18/19. Jahrhundert und hatte zuerst die Funktion eines „Schutzes vor Nachdrucken“. Seit 1900 bietet es auch „Schutz der Inhalte“. Seither gab es immer wieder Plagiatsprozesse, auch gegen bekannte Autoren wie zum Beispiel Michael Ende oder Umberto Eco.

Die Referentin verweist auf die zum Teil enorme Schwierigkeit Plagiate zu identifizieren und nennt zwei Plagiatsmodelle, die eher nicht unter Plagiatsvorwürfe gestellt werden können. Dies ist einerseits das kreative Plagiat. Dieses nimmt ein fremdes Werk als Vorlage und entwickelt eine „kreative Verwertung“, in dem das Handlungsgerippe, Ideen, Motive Gedanken oder einzelne Elemente übernommen werden. Ebenfalls schwierig ist die Handhabung von Plagiaten in der Wissenschaft. Der Schutz von Inhalten ist umstritten, denn „die wissenschaftliche Wahrheit ist universell und somit nicht an den Autor gebunden“. Mit der Form der Zitate, kann die Wahrung des Urheberrechts garantiert werden. Als Fazit ihres Referates nennt die Referentin die Schwierigkeit der genauen Identifikation eines Plagiates. Auch ein einheitliches Verständnis, was schlussendlich als Plagiat verstanden werden kann, ist nicht einheitlich geregelt.

Das zweite Referat beschäftigt sich mit dem Umgang mit Plagiaten, indem eine Lösung des Plagiatproblems gesucht wird. Sie nennt verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Einführen von Richtlinien „zur Sicherung der wissenschaftlichen Praxis“, „Verhaltenskodexe“, „Warnblätter“, „Aufnahme des Themas in Einführungsveranstaltungen“, das Einsetzen einer „Ethikkomission“ und „stärkere Sanktionierungen“. Es muss aber im Voraus abgewogen werden, welche Schwerpunkte gesetzt werden sollen. So ist die präventive Aufklärung sicher eine gute Möglichkeit, ob das reine Appellieren an den „fairen“ Sportsgeist reicht, ist allerdings zu bezweifeln. Zur Identifizierung von Plagiaten, nennt die Referentin einige Beispiele von Such- und Vergleichs-Programmen (Glatt, Pl@giarism, Copycatchgold, Turnitin).

In der anschliessenden Diskussion wurden viele Punkte aus den Referaten wieder aufgenommen. Peter Haber zeigte noch einmal das Buch von Stefan Weber „Das Google-CopyPaste-Syndrom“. Weber prangert in diesem Buch Plagiate im wissenschaftlichen Kontext an. Weber habe Plagiate seiner eigenen Arbeit ausfindig gemacht und diese anschliessend „verfolgt“, so dass sogar ein Doktortitel aberkannt wurde. Peter Haber steht dem Inhalt des Buches skeptisch gegenüber, gerade weil sich der Titel des Buches aus einer seiner Arbeiten und einem Seminar-Titel zusammensetzt. Weber scheint sich also selbst auch bei „fremden Ideen“ bedient zu haben. Peter Haber meint, dass man in der Tat schlussendlich nicht alles überprüfen kann. Das von Weber angeprangerte Problem des Paraphrasierens, führt zur Idee, dass alles, was nicht im eigenen Geist entsteht, als Plagiat betitelt werden muss. Wissenschaftler müssten also fernab der Gesellschaft im stillen Kämmerlein, ohne Einflüsse von aussen, auf geniale Gedanken kommen. Dies dürfte aber dem Sinn der Wissenschaft widersprechen. Weber spricht im Buch auch von einer Faulheit, die zu Plagiaten führt. Eine Studentin meint darauf, dass gerade die Literatursuche sehr aufwändig sei und man keinesfalls von Faulheit sprechen kann.

Die technischen Suchprogramme sind schlussendlich auch keine Lösung, denn gerade Fremdsprachenplagiate sind schwer zu entlarven. Die Dozenten können auch nur Stichproben-artig nach verdächtigen Inhalten suchen. Eine Studentin meint, sie arbeite sowieso viel eher mit Büchern, als mit Informationen aus dem Internet, da sie dem geschriebenen Wort mehr vertraut. Es wurde auch die Idee eines Arbeit-Journals aufgeworfen. Die Idee dahinter, es wird nicht nur ein Text abgegeben, sondern zusätzlich ein Metatext, der den Arbeitsprozess transparent machen soll. Eine Studentin meint, dass dies nur als Arbeitskontrolle diene, ob überhaupt etwas gemacht wurde.

Was ich schon immer nochmals sehen wollte – TV-Links

Serienjunkies aufgepasst! Die leidigen Probleme jedes vielbeschäftigten Serienschauers sind immer wieder dieselben:

Man ist nicht gerade zu Hause, es gibt keine Wiederholung der verpassten Folge. Die Freundin will just an dem fixen Termin, der Dich von dem Geburtstagsfest Deiner Oma, mit der Entschuldigung „Ich fühl mich irgendwie nicht so richtig gut“, spätestens um 21 Uhr 35 entschwinden lässt/liesse, einen romantischen Spaziergang unter sternenklarem Himmel unternehmen. Man vermisst seine alte Lieblingsserie und möchte sich eine ganze Staffel am stück anschauen. Oder was am schlimmsten wäre, wenn es jemals passieren würde: Man vergisst einfach mal eine Folge und wird die Woche darauf, schmerzlichst und völlig aufgelöst, daran erinnert.

Doch, liebe Freunde des themenbezogenen Intervallfernsehens, es gibt eine Lösung: www.tv-links.co.uk

Eine Internetseite die Links in den Gebieten Shows, Cartoons, Anime, Movies, Music Videos und Sport anbietet.

Die Legalitätsfrage wird von den Betreibern unter dem Stichwort „legal information“ folgendermassen begründet:

TV Links is not responsible for any content linked to or referred to from these pages. TV Links does not host any content on our Servers. All video links point to content hosted on third party webites. Users who upload to these websites agree not to upload illegal content when creating their user accounts. TV Links does not accept responsibility for content hosted on third party websites. 

If you have any legal queries please email legal@tv-links.co.uk

Dem Problem des Copyrights wird durch das Bereitstellen der Quelladresse und nicht der Datei selbst entgegengewirkt. Gleichzeitig wird die Verantwortung über den Inhalt der Dateien an den Anbieter übergeben.

Bei Fernsehserien sehe ich weniger ein Problem der Legalität, da, zumindest im englischsprachigen Raum, Serien direkt anschliessend an ihre Airtime über offizielle Internetseiten eingesehen werden können. Wie sieht das jedoch bei den Rubriken Anime oder Movies aus? Werden die von MGM oder Warner Bros. direkt verlinkt und kostenfrei angeboten? Wer zieht diesmal den „Zonk“ und haftet? Sind die Anbieter der Links durch ihre Anonymität geschützt? Fragen über Fragen zu denen meine 2000 Zeichen leider nicht ausreichen…

Quelle: http://www.tv-links.co.uk

Protokoll zur Sitzung vom 25. Juni

In der Sitzungen gibt Herr Haber zuerst einige administrative Hinweise:

  1. Die vier abgemachten Punkte, die jeder Seminarteilnehmer erfüllen muss, will Herr Haber noch einmal genau überprüfen, dazu bitte er alle ihm eine kurze Mail mit dem Referats-, Sitzungsprotokoll- und Essaydatum zu schicken. Dies dient zur Überprüfung und damit alles sauber dokumentiert ist. Da einige Sitzungen ausgefallen sind, wird sie Präsenzpflicht etwas angepasst.

  2. Die meisten Essays sind jetzt auf dem Blog vorhanden und Herr Haber findet alle spannend und anregend. Wer ein kurzes Feedback zu seinem Essay möchte, kann dies ebenfalls noch im Mail erwähnen. Herr Haber stellt die Frage, wo die Essays verfasst wurden: direkt im wordpress oder in einem externen Programm. Vorwiegend wurden die Texte extern verfasst und danach ins wordpress reinkopiert. Die Essays, die als pdf auf dem Blog sind, wird Herr Haber noch anpassen und als Text reinkopieren, damit die Form gewahrt bleibt.

  3. Eine kleine Umfrage über das Nutzungsverhalten wurde dann noch verteilt, denjenigen die heute nicht an der Sitzung waren wird sie noch als Mail zugesandt.

Schreiben und Abschreiben

Das erste Referat der heutigen Sitzung hält Dorothea Gechter. Titel: Was ist ein Plagiat? Ihren Vortrag beginnt sie mit einem Zitat aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper (ihr wisst schon: und der Haifisch, der hat Zähne…), das sie als “Plagiat” eines Mittelalterlichen Gedichts entlarvt. Damit stellt sich die Frage, was gilt überhaupt als Plagiat? Dann umreisst sie kurz die historische Entwicklung von Plagiaten. Auf jeden Fall ist es schwierig ein Plagiat als solches zu identifizieren. In der Wissenschaft gestaltet sich die Thematik noch etwas komplizierter: Eigentlich gibt es nur einen Schutz der Form, denn die wissenschaftliche Wahrheit ist universal.

Ihr Fazit: Der Begriff des Plagiats ist nur oberflächlich eindeutig und wird auch nicht von jedem gleich gewertet. Trotz gesetzlicher Grundlage ist die Identifizierung eines Plagiats schwierig, da reine Plagiate selten sind und eher die Übernahme einzelner Elemente üblich ist. Plagiate werden zudem je nach Bereich anders gewertet (Belletristik vs. wissenschaftliche Literatur).

Das zweite Referat wird von Evelyn Kopec zum Thema “der Umgang mit Plagiaten gehalten. Dabei geht es besonders um ein Buch von Stefan Weber: Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Webers Doktorarbeit wurde anscheinend von andern kopiert und als eigene abgegeben, deshalb kämpft er seit dem als “Ritter” gegen das copy-paste-Syndrom (hier ein Artikel darüber aus dem Spiegel). Weber arbeitet in seinem Buch verschiedene Massnahmen zur Verhinderung des Abschreibens heraus (vgl. Handout). Er beleuchtet auch das Thema der Antiplagiatssoftware etwas näher, die unterdessen an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen im deutschsprachigen Raum zur Anwendung kommen, um Plagiate zu verhindern. Dabei gibt es jedoch noch Probleme, wie die der Fremdsprachen.

Herr Haber bescheingt nach dem Referat, dass es wohl eine Zunahme von Plagiaten gäbe. Aber er bemängelt die absolute Sichtweise die Weber habe, denn diese beinhalte die Gefahr, dass er ein längst überholtes Autorenbild wieder aufleben lasse. Auch paraphrasieren sei ein Plagiat, sage Weber und das sei nun mal völlig weltfremd. Das Plagiatsproblem lasse sich nicht mit Maschinen, sondern einem besseren Betreuungsverhältnis beheben. Auch im Plenum gibt es einige Stimmen, die sich besonders am Plagiatsvorwurf des Paraphrasierens stören und auch bemerken, dass wer zu viele Fussnoten in einer Arbeit angibt, meist getadelt werde. Herr Haber weist noch daraufhin, dass es Unterschiede in den verschiedenen Wissenschaftsströmungen gebe und dass der Druck wachse, dass die Antiplagiatssoftware genutzt werde. Eine Möglichkeit, dass Plagiate zu verhindern, wäre auch die Anwendung von Arbeitsjournalen, wie sie auf dem Histnet Wiki verfügbar sind.

Abschluss des Seminars: Herr Haber fand das Seminar sehr spannend und anregend. Er ist zufrieden, auch weil die Idee für ein Seminar mit einem Blog eigentlich aus der Not heraus geboren wurde, weil sich mehr Leute als erwartet angemeldet hatten. Auch war er von der Dynamik, die sich durch den Blog entwickelt habe, sehr angetan. Positiv zu erwähnen, sei auch, dass es kaum technische Probleme gabe. Die Seite wird weiterhin aufgeschaltet und man wird sehen, ob es vielleicht noch von mehr Leuten entdeckt wird. Herr Haber bittet auf jeden Fall darum, auch im Sommer ab und zu einen Blick auf die Seite zu werfen.

Informationsbeschaffung leicht gemacht!

Das Internet bietet die Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen bzw. sich schnell mehr Wissen über ein spezielles Thema zu verschaffen. Dies wird besonders von der jüngeren Generation sehr daran geschätzt, abgesehen von den vielen anderen Möglichkeiten, die das Netz bietet. Allerdings wird auch die ältere Generation, damit meine ich diejenigen Personen, die nicht mit dem Internet und den Möglichkeiten aufgewachsen sind, immer mehr in den Bann des Netzes und seiner Chancen gezogen. Durch seine stete und besonders durch seine schnelle Entwicklung ist das Internet neben den positiven Eigenschaften jedoch auch mit Gefahren verbunden, die sich besonders dann bemerkbar machen, wenn die Nutzer nicht mit einer spezifischen Medienkompetenz ausgestattet sind. Neben dem positiven Aspekt, dass das Internet mit seinen Blogs, Suchmaschinen, Enzyklopädien und weiteren Seiten schnelle Informationen anbietet, gibt es denn auch einige negative Aspekte, bzw. negative Folgen, wenn man als User sich nicht damit auseinander setzt, wie das Netz aufgebaut ist und wie die einzelnen Angaben und Informationsdaten zu werten sind. Dabei ist nicht nur zu beachten, wer diese Information ins Netz gestellt hat, also ob dieser Informant dazu befähigt scheint, über ein gewisses Sachgebiet zu referieren. Hierbei ist jedoch auch zu beachten, dass sich mancher nicht als der ausgibt, der er wirklich ist. Des weiteren muss geschaut werden, wie alt eine Seite ist, bzw. wie oft sie aktualisiert ist. Hierbei kann auch hilfreich sein, zu wissen, ob eine Seite oft genutzt wird, erkennbar an einem Besucherzähler. Aber auch dieser Zähler kann wiederum vom Betreiber manipuliert sein. Meist ist auch zu erkennen, dass Seiten, deren Design sehr hochwertig ist und die mit allen möglichen Hightech-Mitteln ihre Attraktivität steigern, nicht zu den wissenschaftlich wertvollsten zählen. Auch die Links, die auf einer Seite zu finden sind, können Aufschluss darüber geben, ob eine Seite seriöse Informationen gibt. Oft werden seriöse Seiten mit ihresgleichen verlinkt, bzw. es gibt wenigstens Quellenangaben, die auf wissenschaftliche Fundiertheit schliessen lassen. Jedoch, wie an den Ausführungen schon erkennbar ist, besteht immer die Gefahr, dass man auf Seiten stösst, die sehr seriös wirken, es jedoch gar nicht sind. Es kann einem Nutzer folglich schaden, wenn er eine unseriöse Seite heranzieht, oder zumindest eine Seite mit falschen Inhalten, sich hierüber Informationen beschafft und diese dann wiederum in wissenschaftliche Arbeiten oder Forschungen einbezieht. Diese Problematik wurde auch schon sehr deutlich an der Diskussion über die wissenschaftliche Nutzbarkeit der „freien Enzyklopädie Wikipedia“. Am Namen schon erkennbar ist, dass sie sich frei nennt, da hier jeder User, ob angemeldet oder nicht, seine eigenen Informationen, sein Wissen oder eben auch sein Nicht-Wissen an die Öffentlichkeit bringen kann, sogar seinen subjektiven Meinungen bei einer grosse Masse von Usern Gehör verschaffen kann. Dies ist zwar nicht von dem Gründer und den Betreibern von Wikipedia gewünscht, kommt jedoch leider allzu oft vor. Politisch brisante Themen können diskutiert werden, wogegen natürlich nichts spricht, schliesslich gibt es ein Recht zur freien Meinungsäusserung. Allerdings wird es problematisch, wenn enzyklopädische Artikel, die eine Tatsache neutral beschreiben sollen, zur Plattform herangezogen werden. Denn selbst die Diskussionsseiten in Wikipedia zu bestimmten Artikeln, sind nicht dafür gedacht, dass politisches oder ähnliches besprochen wird. Dafür stehen Blogs und Chat-Räume zur Verfügung und auch spezifische Diskussions-Foren. Da jedoch öfter diese Trennung von Wissens- und Diskussionsbereichen nicht eingehalten wird, kann es gerade für Nutzer, die sich über die Hintergründe keine Gedanken machen und den Wert einer Information gleichstellen mit dem, was zum Beispiel in einer gedruckten Enzyklopädie steht, schwer werden. Einerseits, dass sie subjektive Meinungen für bare Münze halten und sich nicht auf einer anderen Seite im Internet, oder sogar in einem Buch eine zweite Sichtweise durchlesen. Andererseits kann es auch sein, dass wenn ein User so enttäuscht wird, weil er sich gut auskennt und deshalb weiss, dass die Informationen falsch sind, sich nicht mehr mit den Möglichkeiten der Informationsbeschaffung im Internet auseinander setzt und er nicht von den weiteren, hoffentlich positiven Entwicklungen des Netzwissens profitieren kann.

was-ist-ein-plagiat-handout.pdf

Handout zum Referat “Umgang mit Plagiaten”

Handout Plagiate

“Krieg” der Enzyklopädien

Krieg der Enzyklopädien

Analoge vs. Digitale Enzyklopädien

Ein Essay über Wikipedia wäre unvollständig, wenn man Wikipedia nicht unmittelbar einem Vergleich mit einer “normalen” nicht-digitalen Enzyklopädie unterzieht. Deshalb möchte ich auch damit gleich beginnen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass gedruckte Enzyklopädien qualitativ mehr Sicherheit bieten, wobei dies nicht heissen muss, dass jeder einzelne Artikel qualitativ besser ist. Die Variabilität zwischen mies und hervorragend ist bei Wikipedia höher als bei den alten Enzyklopädien. Andererseits hat Wikipedia in Bezug auf Aktualität einen Riesenvorsprung. Neue Ereignisse finden heutzutage binnen Stunden ihren Platz in der Wikipedia. In vielen gedruckten Enzyklopädien lassen sich die Artikel anhand eines Autorenregisters einem bestimmten Verfasser mühelos zuordnen. Bei Wikipedia sind die meisten Beiträge hingegen eine Co-Produktion mehrerer User: so viel zur Transparenz. Eine ip-Nummer sagt noch nichts über den Autor aus. Hinzu kommt, dass nur eine Minderheit der registrierten Autoren bei Wikipedia ihre Anonymität ablegen und ihren richtigen Namen preisgeben. Gleichzeitig fehlt auch eine Herausgeberinstanz, die darum besorgt ist, die Inhalte auf wissenschaftliche Qualität zu überprüfen.

Digitale vs.Digitale Enzyklopädien

Wikipedia vs. Citizendium. Droht im Datendschungel des weltweiten elektronischen Netzes ein (asymmetrischer) Krieg eröffnet zu werden? Ein Krieg der (freien) Enzyklopädien. Dass der Citizendium-Artikel bei Wikipedia mehrfach von einer Löschung bedroht war, könnte ein Zeichen steigender Nervosität der Wikipedianer sein. Citizendium antwortet auf quantitativ vielseitiges Laienwissen mit qualitativ spezifischem Expertenwissen. Das erstrebte Ziel, ein Austausch zwischen den beiden Online-Enzyklopädien könnte das Netzwissen revolutionieren. Ich werde nun kurz einige Worte über die drei folgenden Enzyklopädien verlieren.

  1. Wikipedia
  1. Citizendium
  2. Conservapedia

Wikipedia ist der uns wohl bekannteste und geläufigste Vertreter. Eine ideale, einigermassen zuverlässige erste Anlaufstelle, um sich über ein Thema zu informieren. Jedoch sollte man sich auch stets der Gefahren bewusst sein, die Wikipedia birgt: am besten sollte man davon absehen, Wikipedia als Primärquelle zu sehen, vielmehr als zentralen Einstieg.

Citizendium ist eine Premium-Version. Weniger Quantität, mehr Qualität. Citizendium zählt mit seinen etwas mehr als tausend Artikeln nur einen Bruchteil des grösseren Wiki-Bruders. Allerdings werden bei Citizendium nur von Experten geschriebene und überprüfte Artikel zugelassen. Besucher können anders als bei Wikipedia keine Eingriffe vornehmen.

Conservapedia ist ein Erzeugnis jenseits des grossen Teiches, aus den Vereinigten Staaten. Eine Enzyklopädie, von der man sich als Student nicht entscheiden kann, ob man ihr mit Argwohn und Skepsis oder mit einem müden Lächeln begegnen soll.

Den letztgenannten (Pseudo)-Enzyklopädien ist gemein, dass sie allesamt die Struktur und die Seitengestaltung von Wikipedia mehr oder weniger einfallsreich übernehmen bzw. plagiieren. Die formale Darstellung einer repräsentativen Online-Enzyklopädie, und das scheint mir nicht unbedeutend, wurde durch Wikipedia normiert und standardisiert. Wikipedia ist also wegweisend.

Interne Diskrepanzen: Bürgerkriege in Wikipedia

Bei Wikipedia-Artikeln liest man des Öfteren folgendes: Der Artikel wurde für nicht angemeldete und neue Benutzer gesperrt, da er regelmäßig und in größerem Umfang von Vandalismus betroffen war. Änderungen am Artikel können auf dieser Seite vorgeschlagen werden. Eine Entsperrung des Artikels kann bei den Entsperrwünschen diskutiert werden.

Nebst Vandalen und Spassvögeln kann es bei Wikipedia auch passieren, dass sich zwei angemeldete Autoren derart heftig und häufig widersprechen, dass es zu einem sogenannten “edit”-war kommt, also zu Deutsch: einem Bearbeitungskrieg. Dazu gibt es bei Wikipedia einen eigenen Artikel, woraus wir entnehmen, dass zu viel edit-war im Übrigen zu “Wikistress” führen kann. Viele Themen mit Wikistress sind zugleich Anziehungsmagnet für Vandalen. Die Selbstregulierung von Wikipedia ist bei solchen Exzessen gefordert.

Dass Wikipedia auch eine geeignete Plattform für absichtliche politische Verleumdungskampagnien sein kann, zeigt sich daran, dass selbst US-Abgeordnete sich nicht zu Schade sind, Rivalen schlecht aussehen zu lassen: Manipulation von Wiki-Biographien, Beleidigungen etc. sind schon längst Alltag. Dennoch muss man der Wikipedia-Gemeinschaft zugute halten, dass die Selbstregulierung und Selbstkontrolle der riesigen Datenfülle recht ordentlich funktioniert.

Links:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/29/0,3672,5539901,00.html

http://www.tagesspiegel.de/magazin/medien/Medien;art290,1801241

http://futurezone.orf.at/it/stories/194477/

http://www.heise.de/bin/tp/issue/r4/dl-artikel2.cgi?artikelnr=23435&mode=print

http://en.citizendium.org/wiki/Main_Page

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,398357,00.html

http://www.conservapedia.com/Main_Page

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Edit-War